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Rendsburger Regenbogengruppe

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Freitags zwischen 18 und 20 Uhr oder AB

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24768 Rendsburg

 

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Besucher seid dem 28.04.2017 www.gratis-besucherzaehler.de

Schon als Kind habe ich daran geglaubt, dass es im Himmel jemanden gibt, der über die Menschen wacht und sieht, was ich tue. Ich wurde 1973 geboren und lebte mit meiner Mutter bis zu meinem 16. Lebensjahr bei meinen Großeltern. Mein Opa war während meiner Kindheit mein wichtigster Bezugspunkt und derjenige, der mich am meisten prägte. Wir hatten eine starke Bindung zueinander.

Mit 16 Jahren kam ich mit meinem ersten festen Freund zusammen. Bis dahin hatte ich mich bewusst auch nur zu Jungen hingezogen gefühlt. Nach drei Jahren Beziehung wurde plötzlich meine Gefühlswelt durcheinander geworfen. Ich fühlte mich plötzlich auch zu Frauen hingezogen. Ich war sehr irritiert und konnte diese Gefühle nicht einordnen. Sicher, ich hatte schon davon gehört, dass es Menschen gab, die das gleiche Geschlecht liebten und ich fand es auch okay, aber ich? Nein, das musste etwas anderes sein.

Im Laufe der Zeit wurden diese Gedanken und Gefühle immer intensiver und brachten mich und mein bisheriges Leben durcheinander. Ich wusste nicht mehr, wer ich war und was mit mir passierte.

In dieser für mich sehr schwierigen Zeit erkrankte mein Opa an Krebs und innerhalb weniger Monate verstarb er. Dieser Verlust riss mir den Boden unter den Füßen weg. In den Tagen des Abschieds bekam unsere Familie Besuch von einer Seelsorgerin. Im Laufe des Gesprächs meinte sie, meine Oma solle dankbar sein, dass er gehen durfte und Gott ihn zu sich geholt habe. Mich machte dies wütend. Wie sollte ich dafür dankbar sein, wo Gott ihn doch erkranken ließ? Damals dachte ich, dass Gott Schuld war und in dieser Zeit war er für mich sehr weit weg!

Trotz der Trauer um meinen Opa waren da immer noch die unbekannten Gefühle in mir und ich vertraute mich meinem damaligen Freund an. Ich begann  eine Therapie, da ich mit diesen Gefühlen nicht klarkam und mir mein Leben zu entgleiten drohte. Durch die Therapie wurde mir erst bewusst, dass ich tatsächlich homosexuell war. Es war damals sehr schwer für mich, dies für mich persönlich anzunehmen.

Mein Freund hatte lange Zeit die Hoffnung, dass es sich dabei nur um eine Phase handelte. Er unterstützte mich, eine Frau kennenzulernen, da er mich und unsere Zukunft nicht einfach aufgeben wollte.

Ich begann dann mit seinem Wissen eine Affäre und tat meine ersten Schritte in die Homosexualität. Ich war ihm unheimlich dankbar, aber gleichzeitig tat er mir sehr leid. Er war so hoffnungsvoll und plante weiterhin unsere Zukunft. Ich war zwischen ihm und der Frau hin und her gerissen. Ich habe ihr gegenüber von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Die ganze Situation hat mich unheimlich überfordert, ich wusste nicht mehr, wer ich war, wo ich stand.
Wir sahen uns innerhalb kurzer Zeit sehr häufig und sie stellte mich schnell vor eine Entscheidung.
Ich war innerlich so zerrissen, weil mir auch mein Freund als Mensch sehr viel bedeutete! Sie setzte mich dann so unter Druck, dass ich die Affäre beendete.

Für mich heute unerklärlich, hatte ich dann wieder das Gefühl zu wissen wohin ich gehörte. Ich glaube, dass dieses damit zusammenhing, dass ich einfach nur total durcheinander war.

Mein Freund und ich suchten uns eine größere Wohnung in der Stadt und ich dachte, nun wird alles gut. Gefühle und Empfindungen lassen sich aber nicht mit einem Knopfdruck ausschalten.
In dieser turbulenten Zeit kamen Gott und ich uns wieder näher. Mir war inzwischen bewusst geworden, dass er weder für die Krankheit meines Opas noch für die Kriege und Katastrophen in der Welt verantwortlich war. Ich sprach viel mit ihm und bat ihn, mir zu helfen.  

Innerhalb drei Monate musste ich mir dann eingestehen, dass es keine Zukunft für mich und meinem Partner gab. Ich wurde aggressiv, gemein und unausstehlich. Ich wusste, dass die Trennung erforderlich war, ich wäre mit ihm niemals richtig glücklich geworden und das Verdrängen der Gefühle zu Frauen hätte mich letztendlich kaputt gemacht. Unsere Beziehung hat von Beginn meiner Gefühle zu Frauen bis zur Ende noch 4 ½ Jahre gedauert.

Die Trennung riss das zweite große Loch innerhalb kurzer Zeit in mein Leben und es begann für mich eine lange Zeit der Trauer  und Täler.
 
Als ich schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt hatte, dass ich irgendwo die zu mir passende Partnerin finden würde, begegnete mir meine jetzige Frau. Ich empfand dies als von Gott und meinem Opa für mich eingefädelt. Wir merkten schnell, dass wir füreinander bestimmt waren und begründeten nach zwei Jahren Beziehung im Jahr 2003 eine Lebenspartnerschaft. Eine Eheschließung wie zwischen Mann und Frau wird uns leider nicht gestattet.

Für diesen großen Schritt wünschten wir uns Gottes Segen. Dieser wurde uns leider von unserer Pastorin im Ort verwehrt, da sie einen dörflichen Aufruhr befürchtete. Vor Gott sind wir alle gleich und er hätte bestimmt nichts dagegen gehabt!

Falls sich jemand von Euch fragt, was aus meinem Freund geworden ist: Er und seine Ehefrau waren dabei, ihre Kinder haben die Blumen für uns gestreut, von welches eines mein Patenkind ist!

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